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Das Geheimnis

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Wenn man bedenkt, dass Männer aus allen Bevölkerungsschichten sich lange vor der Französischen Revolution zu offenen Gesprächen trafen, ist einleuchtend, dass dies nur geschehen konnte, wenn absolutes Stillschweigen nach Aussen eingehalten wurde. Der Inhalt dieser Treffen musste ein Geheimnis bleiben, sonst wären die Personen zumindest ins Gefängnis gekommen, wenn nicht hingerichtet worden.

Für die heutige Zeit ist davon übrig geblieben, dass Brüder sich sehr persönliche Dinge erzählen können und sicher sein dürfen, dass dies nicht nach Aussen getragen wird. Das unbedingte Vertrauen schafft die Voraussetzung, Dinge beim Namen zu nennen, so dass ein Bruder dem anderen helfen kann.

Eine der Wurzeln der Freimaurerei sind die Dombauhütten des Mittelalters. Es gab damals keine Lehrbücher, Lesen und Schreiben waren dem geistlichen Stand vorbehalten; das Wissen der Handwerker musste mündlich weitergegeben werden. Um sich sicher zu sein, ob man nun einen Lehrling, einen Gesellen oder Meister einer Bauhütte vor sich hatte, gab es damals schon Erkennungswörter und Körperbewegungen, um sich, so man sich an einem neuen Dom zur Arbeit vorstellte, seinem Grad entsprechend auszuweisen. Auch die heutigen Freimaurer versprechen, über die Rituale eines höheren Grades den Brüdern gegenüber, die den Grad noch nicht erreicht haben, Stillschweigen zu bewahren.

Das Ritual ist ein starkes emotionales Erlebnis. Wüsste man, was bei diesem Ritual genau passiert, würde viel von dem Erlebnis verloren gehen. Im heutigen Sinne sind die Rituale kein Geheimnis, denn in den grossen Bibliotheken stehen die Ritualbücher und die meisten Dinge lassen sich mit einigem Suchen auch im Internet finden.

Das freimaurerische Geheimnis ist weniger geheimnisvoll als Sie denken.